Minimalismus im Berufsleben // Teil 3 // Reduzierung der Arbeitszeit // Mein Weg in eine 4 Tage Woche

Mein Weg in eine 4 Tage Woche

Ich habe seit Wochen einen Kloß im Hals und bin unzufrieden. Vor allem stört mich das, weil ich es mit in den Urlaub genommen hab. Ich kann es nicht benennen, weiß aber vorrangig nicht was ich will. Mein Freund liegt ganz selbstverständlich im Liegestuhl und chillt. Wir sind am Meer. „Ich versteh nicht dass du so an einem bestimmten Plan fest klammerst. Wenn du nicht happy bist, ändere JETZT was, nicht erst irgendwann.“ „Aber wenn wir nächstes Jahr eine größere Reise machen wollen brauche ich das Geld“, sage ich. „Dann machen wir die Reise eben in zwei Jahren. Oder drei. Dann, wenn es eben passt.“ Ich sehe ihn an. Diese Klarheit überrascht mich immer wieder.

Zwei Wochen später klopfe ich an der Tür meines Chefs.  Er bittet mich herein. Ich atme tief ein und aus. Sage: „Ich möchte mit dir über etwas sprechen. Im Urlaub hab ich viel darüber nachgedacht und ich möchte meine Arbeitszeit reduzieren. Können wir da mal darüber sprechen?“ Mein Chef lehnt sich zurück und sagt: „Klar können wir darüber sprechen.“ Ich bin überfordert, weil mich seine Reaktion so positiv überrascht. Wir sprechen über das Konzept das ich mir ausgedacht habe. 4 Tage Woche, freitags frei haben, die Arbeitszeit zu 20 % reduzieren. Er nickt. Länger passiert nichts. Doch einen Tag vor dem ersten freien Freitag hält er sein Versprechen, legt mir meinen neuen Vertrag hin. Ich unterschreibe und bin aufgeregt.

Eine 4 Tage Woche – ein Konzept, das sehr sexy ist. Es gibt wenig Leute die behaupten, dass sie das nicht haben wollen würden. Die meisten wollen jedoch nicht auf die Kohle verzichten. 20% vom Bruttogehalt – klar ist das ein Unterschied. Natürlich ist es auch Luxus, dass ich mir das leisten kann – das ist mir bewusst. Aber mal ehrlich, Zeit gegen Geld aufwiegen… Geht das überhaupt?

Ein paar Gedanken zu meiner persönlichen Erfahrung. 

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Minimalismus im Berufsleben // Teil 2 // Tipps für den Büroalltag und für mehr Zufriedenheit

do not get upset

Ich bin mir sicher, dass wir uns mit unserer Arbeit arrangieren können. Aber wir verbringen dort so viel Zeit, dass es mehr sein sollte als nur ein Arrangement. Grundsätzlich haben wir oft das Gefühl, dass wir einer Arbeits-Situation tendenziell ausgeliefert sind. Allerdings haben wir sehr viel mehr in der Hand als viele zunächst annehmen. Wir können einiges für eine gute Arbeitsumgebung tun und das sollten wir auch nutzen. Für mich persönlich gibt es 5 Faktoren die absolut notwendig sind: Arbeitsklima, Arbeitszeit & Flexibilität, Abwechslung, Professionalität, Zufriedenheit.

Ich euch ein paar Tipps an die Hand geben, wir ihr den ein oder anderen Punkt für euch vielleicht verbessern könnt.
(Mir ist übrigens bewusst dass es darauf ankommt was du beruflich machst. Ich arbeite im Büro und die Tipps lehnen sich natürlich an das an was ich bisher an Erfahrung gesammelt habe.)

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Minimalismus im Berufsleben // Teil 1 // Arbeitsethos

jobs fill your pocket, adventures fill your soul

Es ist ein Thema das mir sehr am Herzen liegt und deswegen will ich schon lange eine Serie über Arbeit & Jobs schreiben.
Ich will in den nächsten Beiträgen kritisch aufrollen, alternative Arbeitsmodelle vorstellen und Tipps geben für ein ausgeglichenes Berufsleben ohne die allwöchentlichen Bauchschmerzen am Sonntagabend. Gerade weil unser Beruf so zentral in unserem Leben verankert ist, ist es wichtig hier Zufriedenheit zu finden und Ausgeglichenheit zu schaffen.

Arbeit ist schon sehr lange selbstverständlich. Ich finde jedoch, es gibt Aufholbedarf was die Flexibilität angeht, vor allem in unseren Köpfen. Es wird Zeit für einen kritischen Blick auf unsere Einstellung zur Arbeit.

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Loslassen Part 3: Identität & Titel

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Vorgestern kam passend zum Thema meiner dritten Loslassen-Serie Shrek 3 im Fernsehen. Für alle die Shrek nicht kennen: Shrek ist ein „Oger“. Oger sind den Sagen nach recht hässliche, scheue, aggressive, gewalttätige und dumme Wesen. Was lehrt uns Shrek im Bezug auf dieses Thema? Obwohl er sich lange von allen einreden lässt, dass man vor ihm Angst haben muss ist er im Grunde ein sehr lieber Oger. Und im Laufe des Films fängt er an seine Identität selbst zu bestimmen. Er beweist sich selbst dass er mehr ist als nur dieses böse Fabelwesen und zeigt so dass man selbst bestimmen kann wer man ist und wie man sein will. Sehr rührend und sehr richtig.

Wer bist du und wie identifizierst du dich?

Oft beginnen wir diese komplexe Frage zu vereinfachen und beantworten sie mit unserem Berufstitel. Ich bin Arzt/ Lehrer/ Hausfrau. Das wird dann problematisch, wenn wir diesen Titeln genug Bedeutung zuweisen dass sie uns als Person beschreiben.

Der letzte Beitrag ging um Jobtitel als Statussymbol. Heute will ich mich dem Thema Titel & Identität widmen. Ein weiterer Grund warum wir davon loslassen sollten.

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Loslassen Part 2: Status & Prestige

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Dass Menschen ihren gesellschaftlichen und sozialen Stand beweisen wollen ist nichts neues. Einkommen, Macht, Ansehen zeigen – das haben wir schon immer gemacht.

Vor allem durch die sozialen Medien & fragwürdige Reality TV-Shows wird das Ganze jedoch immer weiter ausgereizt. Höher, besser, teurer. Wer hat die teuerste Designer-Tasche, das größte Auto, die luxuriösesten Reiseziele? Worum geht es eigentlich und wer genau soll beeindruckt werden? Der Hashtag #goals beweist: Bei vielen Menschen funktioniert das ganze Prestige Gehabe sogar sehr gut, sie finden es erstrebenswert.

Warum es sehr wichtig & gesund für uns ist davon Abstand zu nehmen. Der zweite Teil meiner Loslassen-Serie.

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