Loslassen Part 1: Geld

IMG_6762Nach den ganzen Entrümpelungs-Beiträgen will ich mich nun den eigentlichen Minimalismus Themen widmen. Raum schaffen ist wichtig. Aber viel wichtiger ist es schließlich loslassen zu können um uns von jenen Dingen zu distanzieren die uns im Weg stehen, um uns auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Ich werde dazu eine Reihe schreiben. Und wir starten heute mit Part 1: Geld.

Wir brauchen ein Dach über dem Kopf, müssen Nahrung kaufen, Rechnungen bezahlen, für unsere Familie sorgen, wollen verreisen, mit Freunden ins Cafe gehen und uns absichern. Wir brauchen Geld. Doch wie viel brauchen wir wirklich?

Minimalismus & ein Beitrag über Geld. Wie passt das zusammen? Ich will es euch erklären.

Früher dachte ich, dass mein Gehalt für meinen Erfolg steht. Ich dachte der Betrag, der da monatlich auf meiner Abrechnung steht ist der Indikator dafür. Das ist das, was ich wert bin. Ich habe von Gehalt zu Gehalt gelebt, habe alles ausgegeben was ich im Monat zur Verfügung hatte, einfach weil ich es konnte. Weil man das so macht. Ich habe Dinge gekauft die ich nicht gebraucht habe, als würde ich dem verdienten Geld einen Sinn geben wollen.

Call me stupid. Go ahead, you should. I was stupid. I wasn’t stupid just because I was wasting my income, though—I was far more stupid because of the value I gave to money. I told myself I was a number, there was a dollar sign on my head, I could be bought. I told others they could take my time and my freedom in exchange for green pieces of paper with dead slave owners’ faces printed on them.

The minimalist

„Aber Geld ist Anerkennung!“ Mag sein. Mir persönlich ist es wichtig, dass der Chef mir auch sagen kann wie toll ich ein bestimmtes Projekt gemacht habe und mir so das Gefühl gibt dass er mich ehrlich schätzt. Versteht mich nicht falsch. Geld an sich ist nichts schlechtes. Es lässt dich ein Leben führen, so wie du es führen willst. Aber Geld an sich macht uns nicht glücklich.

Eine gesunde Einstellung zu Geld macht vieles einfacher. Ab dem Moment, als ich aufgehört habe Geld als so wichtig zu bewerten hatte ich plötzlich mehr davon. Ich gehe bewusst mit meinem Geld um. Ich bin weder geizig noch super sparsam aber ich überlege mir meine Käufe meist mehr als einmal. Früher habe ich so schnell & häufig unbewusst gekauft. Heute weiß ich genau wohin mein Geld wandert. Es gibt einige Tipps wie wir uns von Geld distanzieren können. Indem wir uns bewusst machen wieviel Geld wir wirklich brauchen. Hier die zwei Top Tipps von mir:

  • Konsumdiät
    Du kannst eine Konsumdiät einlegen. Versuche eine Woche lang nur das allernötigste zu kaufen. Und damit meine ich nicht eine neue Winterjacke, weil die alte „schon“ zwei Jahre alt ist. Damit meine ich Lebensmittel (aber auch hier nur das nötigste). Versuch es einfach. Statt Kino ein gemütlicher Filmabend auf der Couch. Statt Kaffeeklatsch mit der Freundin einfach mal eine Runde spazieren gehen. Statt Dinner eine Decke und vielleicht etwas zu knabbern einpacken und sich gemütlich zu zweit an einen See legen oder einen anderen schönen Platz. Statt Sauna ein ausgiebiges Bad nehmen. Es gibt so viele Dinge die nichts kosten. Wann hast du zum Beispiel das letzte Mal einen Sonnenaufgang beobachtet? Egal wo wir wohnen, einfache und schöne Momente können wir überall genießen. Auch und vor allem ohne Geld.
  • Haushaltskosten
    Schreib deine Haushaltskosten auf. Ja, ich weiß. Das ist schrecklich langweilig. Aber nur so bekommst du einen Überblick über deine Finanzen. Danach weißt du ganz genau wohin dein Geld fließt („wie, 240 Euro für Klamotten?“). Bring Bewusstsein in deinen Geldfluss.
    Schreib wirklich alles auf. Und am Ende des Monats, schau es dir genau an. Mich persönlich hat es schockiert wie viele Fixkosten ich hatte. Auch wenn es Fixkosten sind, du kannst es reduzieren – immer. Du kannst umziehen, zu einem anderen Mobilfunkanbieter wechseln, den Fitnessstudiovertrag endlich kündigen weil du ohnehin nicht mehr dort trainierst, deine Versicherungen überdenken. Du hast so viele Möglichkeiten – aber zunächst musst du dir klar werden wo du ansetzen kannst.

Ja, es ist so – finanzielle Stabilität ist wichtig weil sie uns unabhängig macht. Wir fühlen uns besser wenn wir für unser Alter vorsorgen, ein kleines Finanz-Polster für Notfälle auf der Seite haben und vor allem wenn wir schuldenfrei sind. Das ist einfach so. Das Problem ist jedoch, dass wir ziemlich schnell den Fokus verlieren wenn wir Geld verdienen. Denn dann kaufen wir uns Sachen die wir nicht brauchen um Menschen zu imponieren die sich nicht für uns interessieren & die uns auch nicht besonders wichtig sind.

Dafür brauchen wir Geld nicht. Geld ist toll. Aber mach es nicht wichtiger als es ist. Denn du bist nicht glücklicher, wenn du mehr davon hast. Minimalisten erzählen oft wie sie viel Geld gespart haben. Vielleicht kommt dazu auch mal ein separater Post von mir. Vielleicht auch nicht.

Ich finde zunächst musst du anfangen Geld richtig zu bewerten. Denn darum geht es.

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1 Kommentar zu „Loslassen Part 1: Geld“

  1. Natürlich gehören ich, du und wahrscheinlich die meisten Leser hier auf WordPress zu denjenigen, die es sich buchstäblich leisten können, Geld weniger ernst zu nehmen. So denke ich mir zum Beispiel, wenn ich in irgendeiner Form einen finanziellen Verlust hatte (z.B. geklaut, verloren, übers Ohr gehauen worden, o.ä.): „Es ist ja nur Geld.“ Eigentlich spürt man davon nichts, denn fürs Leben habe ich ja immer noch genug. Trotzdem beschäftigt einen so etwas dann unnötig.. Mir zu sagen, dass es nur Geld ist, nur Zahlen, von denen ich noch genug vorrätig habe, ist sehr beruhigend und zeigt einem, wie verrückt diese Fixierung auf das Geld manchmal sein kann.
    Schön, dass du das Thema ansprichst! :))

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