Minimalismus & Beziehungen: Schlechte Freunde

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Du siehst stur gerade aus, schweigst. Ich warte. Auf eine Antwort, eine Entschuldigung, zumindest auf Blickkontakt. Doch es kommt nichts. Stattdessen fängst du an zu weinen. Das tust du immer, wenn du nicht weiter weißt und du dir deshalb leid tust. Ich atme lange aus, tätschel unbeholfen deine Hand. Es endet wie es so oft endet. Du hast mich verletzt und nun muss ich dich trösten. Du entmutigst mich, weil du all deine Ängste und Unzufriedenheit auf mich projizierst und ich baue mich selbst wieder auf. Wir sind Freunde. Nur geht unsere Vorstellung von dieser Freundschaft inzwischen weit auseinander. Es gibt Tage da funktionieren wir so gut. Und am nächsten ist es wie jetzt gerade. Und es fühlt sich einfach unecht an.

Heute geht es um schlechte Freunde. Was wir von Ihnen lernen können, wann es okay ist sich zu entfernen und wie man das anstellt.

Es gibt diese Menschen, die es immer wieder schaffen dass wir uns klein fühlen. Diejenigen, die zu allem etwas Negatives zu sagen haben, die ängstlich sind und ihre Ängste nicht überwinden können oder vielmehr nicht wollen. Menschen, die ständig in die Opfer-Rolle schlüpfen, anstatt sich ehrlich zu freuen. Sie stehen uns im Weg, hindern uns daran zu wachsen und uns weiterzuentwickeln, weil sie uns stets entmutigen. Sie nehmen und nehmen und nehmen und denken nicht darüber nach. Sie vergleichen sich wo ein Vergleich keine Berechtigung hat, sind neidisch auf Dinge auf die sie keinen Wert legen und werden dann wütend oder traurig.

Natürlich gibt es in einer Beziehung nicht nur Sonnenstunden. Und das ist gut so. Ehrliche und konstruktive Meinungen von Freunden, auch wenn es manchmal hart ist und weh tut – das ist genauso wichtig wie dass man diskutieren kann ohne sich am Ende stets einer Meinung zu sein. Auch Streit sollte eine Beziehung aushalten können. Das ist okay. Nur, wo führt eine Beziehung hin bei der wir ständig ein ungutes Gefühl haben?

Manchmal ist es eine Phase und manchmal ist es für immer. Man kann schmollen, sich missverstanden fühlen, böse auf einander sein und sich zurück ziehen. Oder man findet ein Gespräch. Ein ehrliches, ohne verletzend zu werden und in dem man erklärt warum man die Beziehung als belastend empfindet. Eines, wo warme und ehrliche Worte ihren Platz finden und in dem man um Unterstützungen und nur darum bittet. Es geht nicht darum die andere Person ändern zu wollen. Wir müssen an uns arbeiten, nicht an der anderen Person. Wir wollen, dass sich die Beziehung zueinander ändert. Und so muss man auch bereit sein zu investieren.

Wenn sich nach dem Gespräch jedoch nichts ändert, müssen wir uns selbst erlauben weiter ziehen zu dürfen. Wir sind freie Individuen. Wir können uns jeden Tag entscheiden was wir tun und mit wem wir unsere Zeit verbringen. Und es ist legitim sich zu entfernen, wenn eine Beziehung nichts Gutes mehr für einen tut. Bleib deinen Werten und Überzeugungen immer treu.

Und wenn du ziehst, dann ziehe mit Stolz. Denn auch schlechte Freunde tragen ihren Teil dazu bei, dass du dein Leben bewusst und bestimmt lebst und so die richtigen Entscheidungen triffst.

 

 

 

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