Gesundheitsserie Part 3: Die Beziehung zum eigenen Körper

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Momente, in denen wir spontan unseren Körper wahrnehmen sind rar. Besonders dann, wenn es ihm gut geht. Meist sind es die Momente in denen es eben nicht so ist – wir krank oder müde sind oder uns eine Verletzung zugezogen haben. Nämlich dann, wenn er plötzlich nicht mehr funktioniert so wie wir das eigentlich wollen.

Der dritte Part meiner Gesundheitsserie dreht sich um die Beziehung mit dem eigenen Körper. Warum sie so wichtig ist – obwohl wir sie viel zu oft vernachlässigen.

„Beschreibe deinen Körper“ Viele würden bei der ungewöhnlichen Aufforderung verdutzt gucken. Ich habe es zumindest getan als mich einst ein sehr kluger Mann vor diese Aufgabe stellte. Ich wusste beim besten Willen nicht was man darauf antwortet – dachte mir allen Ernstes „nun ja, ich bin schlank und im Grunde zufrieden“ – wusste aber instinktiv dass das bestimmt die falsche Antwort darauf wäre. „Ist er flexibel, robust, stark, agil, grazil, gesund?“, sprach er weiter und half mir so auf die Sprünge. Wieso wären mir diese Merkmale damals bestimmt nicht so schnell eingefallen?

Unser Körper ist für uns viel zu selbstverständlich. Wir haben ihn einfach, er funktioniert, schützt uns und irgendwie ist er… einfach da. Und das ist uns gar nicht bewusst.

Im Gegenteil, oft wird der Körper sogar nur auf das Äußere, unsere Figur reduziert. Mal davon abgesehen, dass ich mich in dem Beispiel vorhin an der eigenen Nase nehmen muss – erinnere mich in diesem Zuge an zwei ehemalige Arbeitskolleginnen und deren ständiger Kampf mit mehr oder minder vorhandenen Kilos. Diskussionen über einen Jogginganfall in der Nacht, über die Lust auf Süßes und dem Kampf dieser Lust zu widerstehen. Blicke mit einer Mischung aus Unverständnis und Bewunderung, wenn ich mir Mittags eine ordentliche Ladung Kohlenhydrate zu Gemüte führe während sie tapfer an ihrem Salat knabberten. Und alles in allem war es ein Kampf, den sie immer wieder verloren haben, weil sie sich immerzu dem eigenen Körper zur Wehr setzten. Ihn zu Sachen zwingen wollten. Einfach nur um wie in dem einen Fall eine Figur zu erkämpfen, in der sie eigentlich schon steckten oder im anderen Fall weil sie sich ein Ziel in Form einer Kilozahl setzten und sich selbst nicht mehr akzeptierten solange das Ergebnis nicht auf der Waage zu sehen war. Da ist so viel Druck und Hass dabei, wie soll das der eigene Körper schon finden? Das Ergebnis: Unzufriedenheit, Frust, Fressanfälle, viel Energie und schlechte Laune.

Ja, vielleicht hört sich das ein bisschen esoterisch oder schlicht übertrieben an. Und doch ist es so – unser Körper trägt er uns Tag für Tag durch die Welt. Er verrät uns viel, wenn wir auf ihn hören. Er sagt uns was wir essen sollten, wem wir vertrauen können, wann wir uns ins Bett legen sollten, wie uns zumute ist. Und wenn wir darauf vertrauen was er uns sagt und ihm zuhören, dann sind wir auf dem richtigen Weg.

Viel öfter könnten wir uns selbst bewusst machen was er für uns tut. Und dankbar sein für das was wir haben. Ob der Körper nun kerngesund ist oder nicht – er tut so viel für uns. Eine gesunde Beziehung mit unserem Körper macht uns im Grunde vieles einfacher. Vertrau ihm – oft sind seine Entscheidungen besser, als wenn du lange grübelst oder sich schlicht widersetzt.

 

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1 Kommentar zu „Gesundheitsserie Part 3: Die Beziehung zum eigenen Körper“

  1. Oh ja, da kann ich ein Lied von singen. Da beschimpfe ich meinen Körper, dass er ein paar Kilos zu viel hat und nicht mehr in die Hosen passt. Dabei hat er vor 4 Jahren ein Non-Hodkin-Lymphom besiegt ( also mit schulmedizinischer Hilfe ) und dennoch bin ich nicht netter zu ihm geworden, was sich jetzt hoffentlich ändern wird :D. Schöner Artikel.

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