Minimalismus & finanzielle Freiheit Part 2: Schuld

haushaltsbuch

Es gibt natürlich auch einen absoluten Killer wenn es um unsere finanzielle Freiheit geht: Schuld.
Schulden, Kredite, geliehenes Geld von wem auch immer – das belastet enorm, summiert unsere monatlichen Fixkosten und im Grunde sollten wir Schulden wenn irgendwie möglich einfach vermeiden.
Mir ist natürlich bewusst, dass man nicht alles in bar zahlen kann (ich denke an Eigenheime & Co.). Aber es ist ratsam sich persönlich ein (nicht allzu niedriges) Limit zu setzen, unter dem man nichts in Raten abzahlen will. Zum Beispiel alles unter 5.000 Euro wird erst dann gekauft, wenn man es sich eben leisten kann. Ansonsten wird noch etwas gewartet. Hier rät es sich im Übrigen auch ein kleines Finanz-Polster für Notfälle auf die Seite zu sparen.

Hier eine kleine Anleitung, wenn du dir bei Finanzen im allgemeinen schwer tust. Ich bin im Übrigen natürlich kein Finanz-Berater. Dieser Beitrag hilft lediglich für eine persönliche Orientierung oder auch einfach als kleine Motivation.

Das Wichtigste wenn du sparen möchtest oder Schulden abbauen möchtest, ist eine ordentliche Übersicht. In der steht auf einem Blick:

  1. Wem genau wird wie viel Geld geschuldet? (auf den Cent genau)
  2. Was kommt monatlich rein? (Gehalt etc.)
  3. Was sind deine monatlichen Fixkosten? (sauber aufgliedern in einzelne Posten)
  4. Monatliche, aufgegliederte Ausgaben deines Haushaltsbuches (variable Kosten)

Und so gehst du an die Sache ran. Es gibt verschiedene Kategorien unserer Ausgaben (aufgestellt von theminimalists, an deren Konzept ich mich hier übrigens auch orientiere. Die beiden haben nämlich mehr Erfahrungen mit Schulden als ich):

  1. NEED (alles was wir wirklich zum Leben brauchen)
  2. WANT (alles was uns einen Mehrwert bietet)
  3. LIKES (alles was uns gefällt, aber nicht unbedingt notwendig ist)

Teile deine ganzen, monatlichen Ausgaben auch einmal in diese Kategorien. Wie granular du das machst ist ganz dir überlassen. Wichtig ist nur, du machst es gründlich. Für ein persönliches Erfolgserlebnis würde ich den ersten Monat zunächst deine Ausgaben normal aufschreiben. Das hilft nicht nur beim Vergleich und zur Vorbereitung, sondern gibt dir auch einen groben Überblick wieviel Geld du denn wirklich ausgegeben hast (viele Posten unterschätzen wir nämlich). Dann geht es los:

  1. Monat: 100% Kosten senken für Likes
    Im ersten Schritt fängst du an die Likes zu eliminieren. Keine Käufe mehr die unbedingt nötig sind. Kein Kaffee zum Mitnehmen. Bereite dir zuhause einen zu und nimm ihn in der Thermoskanne mit. Kein neuer Lippenstift. Keine neue Hose. Bedien dich an dem was du hast. Denke über jeden Einkauf nach. Keine Spontankäufe mehr.
  2. Monat: 100 % Kosten senken für Wants (vorerst)
    Das tut weh. Aber denk daran: Diese Dinge sind für dich persönlich wichtig, aber nicht wichtiger als dein Leben nun in die Hand zu nehmen & zu ändern. Vielleicht sind ja auch Dinge dabei die dich gleichzeitig hindern zu wachsen. Du wirst es herausfinden. Finde kostenfreie Alternativen.
  3. Monat: 50 % Kosten senken für Needs
    Du musst weder hungern noch musst du auf das Dach über deinem Kopf verzichten. Aber es gibt trotzdem Möglichkeiten deine fixen Kosten zu senken. Man könnte in eine kleinere Wohnung ziehen (oder zeitweise in eine WG), das Auto verkaufen, die Kosten für das Essen senken (durch Planung, Vorkochen & weniger Fertigessen, den Stromanbieter wechseln. Fixkosten machen einen erheblichen Teil deiner Ausgaben aus. Sie zu reduzieren & für eine bestimmte Zeit kürzer zu treten hilft dir deine Finanzen schneller ins Reine zu bekommen. Und hier gilt: Je schneller, desto besser.

Grundsätzlich ist es so, dass wir uns ja nichts verbieten wollen. Wenn du aber Schulden hast, versuch das als oberste Priorität zu sehen. Denn der Preis für all diese Dinge ist viel höher, wenn man es in Relation zu deiner Freiheit sieht. Frag dich bei jedem Euro den du ausgeben willst: „Ist das meine Freiheit wert?“ Das mag zunächst etwas Woo-Woo klingen, ist es aber tatsächlich nicht. Man kann sich ebenfalls um einen Nebenjob kümmern für eine kurze Zeit. Du siehst sehr schnell für was du überdurchschnittlich Geld ausgibst und wo du die Ausgaben besser regeln kannst, wenn du ein Haushaltsbuch führst.

Aber viele lesen das hier eventuell nicht weil sie Schulden haben, sondern vielleicht auch weil sie einfach keinen Überblick über ihre Finanzen haben. Wer kennt das nicht? Am Monatsende sieht man sich den eigenen Kontostand an und kann nicht glauben wo das ganze Geld hin gewandert ist. Glaubt mir, ein Haushaltsbuch wirkt Wunder. Wir sind uns oft gar nicht bewusst wie teuer es ist jeden Tag den Bus zu nutzen statt das Rad. Oder dass die Kosten für unser tägliches Essen in der Mittagspause den Rahmen sprengen.

Wie gesagt, ich bin keine Finanz-Beraterin und mit Schulden habe ich bisher keine Erfahrungen. Ich kann euch nur sagen, dass es nicht sinnvoll ist die Augen zu verschließen sobald es sich ungut anfühlt und sich von Gefühlen leiten zu lassen. Bei Finanzen brauchen wir Klarheit. Lasst es nicht so weit kommen euch ungut zu fühlen und Angst zu haben vor Schulden oder vor dem Gefühl der Abhängigkeit. Angst und Schuld macht uns unfrei. Es mag andere Werte geben die für dich persönlich wichtig sind. Also lass es nicht so weit kommen zu spüren wie wichtig finanzielle Freiheit wirklich ist.

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1 Kommentar zu „Minimalismus & finanzielle Freiheit Part 2: Schuld“

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