Über die asiatische Leichtigkeit

Leichtigkeit

Die letzten Wochen war ich im Urlaub im Süden Vietnams unterwegs. Mit dem Ziel der Entschleunigung tauchten wir voll und ganz in die für uns neue Kultur ein, sind mit einem Roller die Küste entlang gedüst, hatten Sand im Haar, Salzgeschmack auf der Zunge und lagen stundenlang im Schatten ohne zu sprechen, jeder mit seinem Buch oder seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Viel Ballast wurde mitgenommen. Viel nachgedacht. Viel losgelassen im Laufe der Zeit. Ich habe mich erholt.

Als wir am Mekong Delta waren, haben wir dort einen Floating Market besucht. Frühmorgens sind wir los gestartet um das Treiben zu beobachten. Ein alter Vietnamese hat uns mit seinem kleinen Boot hingefahren und statt fröhliches Treiben hat uns eine sehr bedächtige, ruhige Morgenstimmung auf dem Markt begrüßt. Es war ganz still, die Menschen saßen auf ihren Booten, haben gemächlich gefrühstückt, schweigend und in Gesellschaft und ließen den Tag kommen. Mit einem Mal wurde mir wohlig warm ums Herz. Diese Menschen muss man einfach bewundern. Alles in diesem Moment war ganz frei von unserem westlichen Rhythmus. Davon können wir uns alle (inklusive mir) eine Scheibe abschneiden.

Ich konnte nicht umhin an meinen Blog zu denken, an das an was ich glaube, woran ich arbeite und worüber ich hier schreibe. Darüber dass wir loslassen wollen, immer mehr nach Freiheit streben während wir doch gefangen sind. Und stets eine Balance suchen zwischen unserem Job, unserem Ego und uns selbst… Und alles was mir in dem Moment dazu einfiel war, dass diese Menschen uns einiges voraus haben. Das meine ich sehr vorurteilsfrei und das will ich auch nicht pauschalisieren. Ich denke nämlich dass Asiaten ihr Geschäft sehr wohl verstehen und fleißig sind. Trotzdem glaube ich, dass ich uns nicht unrecht tue, wenn ich behaupte dass unser westliches Verständnis von Arbeit sehr ego-belastet und tugendhaft ist, weil unser gesellschaftliches Bild davon eben ein ganz anderes ist.

Es ist die Nuance, die mich begreifen lässt, worum sich meine Gedanken schon so lange drehen. Und es sind solche Momente, aus denen ich meine Inspiration schöpfe. In denen mir ganz plötzlich etwas bewusst wird und ich den Gedanken endlich greifen und fühlen kann. Ich werde darüber zeitnah wieder eine Serie schreiben. Aber bis dahin will ich euch mit ein paar warmen Gedanken in die Woche starten lassen. Frei nach dem Motto:

„Don’t just do something… sit there!“ – Unknown.

Der Moment ist da. Und oft ist er wahnsinnig schön, wenn wir ihn entgegen nehmen wie er ist. Ohne dabei geschäftig zu tun oder uns selbst zu wichtig zu nehmen. Lasst uns versuchen unser Ego zu entlasten. Uns freier zu machen. Momente zu spüren. Die Beine mal hochlegen. Mehr lachen. Mehr schweigen. Der Sonne zusehen und weniger darüber nachdenken was sein könnte. Weniger Angst haben. Mehr im jetzt leben.

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