Minimalismus & Mode IV – Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit Mode

Bald ist Halbzeit. Über 5 Monate habe ich nun meine Konsumdiät durchgezogen und nichts gekauft. Ich fühle mich gut, bin stolz dass es bisher so gut geklappt hat und überzeugt dass ich es auch durchhalten kann. Klar, zum einen will ich mir beweisen dass ich das durchziehen kann obwohl ich Mode sehr gern mag, zum anderen will ich aber auch mein Konsumverhalten grundsätzlich verändern. Darum wird es nun Zeit für etwas, dass ich in diesem Zug eigentlich schon lange thematisieren wollte.

Ja. Es ist an der Zeit das Fass aufzumachen. Ich spreche heute über Nachhaltigkeit in der Modeindustrie.

Wer wie meine Tante gerne in der Freizeit näht, weiß wie viel Zeit und Kosten ein Kleidungsstück erfordert. Die Preise für gute Stoffe sind beinahe ähnlich hoch wie fertige Kleidungsstücke in gängigen Modegeschäften (auf die bereits Kosten für die Herstellung, Lager, Logistik, Vertrieb etc. aufgeschlagen wurden). Man muss nicht lang darüber grübeln um zu verstehen, dass da irgendetwas nicht stimmen kann.
Ganz so leicht ist es dann allerdings nicht. Preise allein sind kein Garant für eine faire Produktion, im Gegenteil. Also lasst uns das Übel etwas genauer betrachten.

  1. Die Wahrheit über Fast Fashion
    Fast Fashion bedeutet, dass sich die Mode extrem schnell verändert und dass es in der Regel sechs bis acht (!) verschiedene Kollektionen pro Jahr gibt. Das hat zur Folge dass wir als deutsche Konsumenten im Schnitt vier mal mehr Kleidung besitzen als vor etwa 35 Jahren, darunter immer mehr Teile die wir erst gar nicht tragen. Niedrige Preise und schlechte Qualität fördern eine Wegwerf-Mentalität. Etwa 80 Milliarden Kleidungsstücke werden pro Jahr weltweit produziert. Fast Fashion bedeutet einen enormen Produktionsdruck, knappe Liefertermine, Lohnkürzungen, unverantwortliche Arbeitsbedingungen. Massenproduktionen bedeuten einen erhöhten Chemikalieneinsatz und selbst geringe Chemikalienrückstände verbreiten bei dieser Masse an Kleidung schädliche Substanzen großflächig.
    Es wird wirklich wieder Zeit für eine Entschleunigung in der Modeindustrie: Slow Fashion. Und das gute ist, dass jeder von uns etwas dafür tun kann. Slow Fashion können wir fördern indem wir uns weniger auf Trends konzentrieren und wieder mehr auf unseren eigenen Stil schauen und in zeitlose Mode investieren. Und natürlich vor allem indem wir ethisch, bewusst und nachhaltig konsumieren. Das wiederum erfordert allerdings, dass wir einen tiefen Blick in die Industrie werfen  Und dann wird es kompliziert, denn es gibt viele verschiedene Faktoren wir in unsere Entscheidung miteinbeziehen wollen. Zum Beispiel wo die Klamotten produziert werden, welche Wege sie zurücklegen bis wir sie in den Händen halten, ob die Arbeiter fair bezahlt werden und unter guten Bedingungen arbeiten, ob die Gewebe-Produktion unsere Umwelt verschmutzt. Wir wollen die wahre Geschichte wissen, die hinter der Kleidung liegt in der Hoffnung, dass dieses Wissen uns hilft die Fast Fashion Industrie zu verändern.Die Wahrheit ist, wir haben alle eine große Verantwortung zu tragen. Mit jedem Kauf geben wir eine Stimme ab für eine Welt in der wir leben wollen. Fast Fashion ist weder gut für uns, noch für unsere Mitmenschen oder unsere Umwelt. Doch inzwischen ist es so selbstverständlich und alltäglich und akzeptiert dass man das nur so erklären kann, dass wir unser Gefühl für ethischen Mode-Konsum verloren haben. Fast Fashion hat einen großen Einfluss auf unseren Konsum. Wir denken nicht mehr genug darüber nach was es bedeutet günstige Kleidung zu kaufen, die wir nicht ehrlich brauchen. Ethischer Konsum bedeutet diese Verantwortung zu übernehmen. Wir als Konsumenten haben so viel Kraft und es ist an der Zeit diese mithilfe von Minimalismus, Slow Fashion und Nachhaltigkeit zu nutzen.Aus genau diesen Gründen ist es wichtig nachhaltige Marken sorgfältig auswählen. Dass wir unser Geld genau dahin fließen lassen wo es gut aufgehoben ist. Nämlich dort, wo wir Menschen unterstützen, die sich für genau diese Dinge einsetzen.
    Ich will mich auf die Suche machen nach genau diesen nachhaltigen Marken. Und darüber wird es dann einen oder mehrere separate Beiträge geben.
  2. Second Hand
    Eine Option, die etwas bequemer ist aber trotzdem super smart ist: Einfach nichts neues mehr kaufen. Auf die Idee gebracht hat mich Pia Kraftfutter und ich will das gerne mit euch teilen. Man gibt der Fashion Industrie einfach gar nichts mehr in die Hand indem man Klamotten aus zweiter Hand (über Flohmärkte, Kleiderkreisel etc.) kauft. Damit werden keine Unternehmen mehr auf direktem Weg unterstützt die nicht fair produzieren und durch das Tragen gebrauchter Kleidung unterstützt man, dass Kleidung möglichst lange getragen wird und nicht sofort in der Tonne landet wenn es nicht mehr gefällt. Auf der anderen Seite unterstützt man natürlich auch keine Marken die fair produzieren. Eine Möglichkeit ist, Kleidung die man nicht gebraucht kaufen möchte (zum Beispiel Unterwäsche) dann von fairen Marken zu beziehen. Hier geht’s zu dem Video, das Pia dazu gedreht hat.

Wir fangen alle irgendwo an. Ich habe diesen Beitrag lange vor mir hergeschoben. Weil es so wichtig ist und ich mich damit einfach ehrlicherweise zu lange zu wenig damit beschäftigt habe. Vielleicht weil mir bewusst ist, wie groß die Angriffsfläche ist. Und doch ist es zu wichtig als darüber zu schweigen. Wenn wir alle etwas ändern an unserem aktuellem Konsumverhalten, haben wir einen enormen Einfluss. Lasst uns doch einfach da anfangen.

Advertisements

2 Kommentare zu „Minimalismus & Mode IV – Nachhaltigkeit“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s