Minimalismus & Mode VI – Halbzeit Konsumdiät

Kleiderschrank Konsumdiät

Das erste halbe Jahr meiner Konsumdiät ist geschafft. Und bisher habe ich es tatsächlich durchgezogen. Ich habe ein halbes Jahr keine Klamotten, ob neu oder gebraucht gekauft, keine Accessoires, gar nichts. Ich habe meiner Schwester beim Aussortieren ihres Kleiderschranks geholfen und drei Teile von ihr geschenkt bekommen, die sie ansonsten weggegeben hätte. Zählt das? Ich finde nicht. Ich bin mega stolz. Für alle die es interessiert hier ein ausführliches Update, 10 Dinge die ich gelernt habe, meine aktuelle Wunschliste und 3 Vorsätze die ich mir fest für die Zukunft vornehme.

Ich habe bereits drei Kleidungsstücke (!) geflickt, einen Krönungsball mit meinem hübschen, aber 5-Jahre alten kleinem Schwarzen überstanden, eine erste Verliebtheits-Phase vorüber gebracht (es war diese hübsche, blau-weiß gestreifte Off-Shoulder Bluse…), Schaufenster gemieden und notgedrungen den ein oder anderen Fashion-Blogger bei Instagram entfolgt (sorry!). Das ein oder andere Teil wurde neu entdeckt und vieles ist gegangen. Ja, ich habe weiter aussortiert. Nichts ist so ehrlich, wie eine Entscheidung gegen ein Kleidungsstück auf das du in diesem Moment eigentlich angewiesen bist. Eines ist schon mal klar: Die Konsumdiät schafft Klarheit.
Und alles in allem fällt es mir erstaunlich leicht.

10 Dinge, die ich gelernt habe:

  1. Ich habe definitiv zu viele Schuhe
    Schuhe waren schon immer meine große Schwäche. Ich hatte noch nie mehr als fünf Taschen oder eine außergewöhnliche Sammlung an Jacken. Aber Schuhe… Schuhe hatte ich schon immer (zu) viele. Ich habe viele weggegeben und verkauft. Aktuell besitze ich 13 Paar, zwei davon sind jeweils ein Paar Sport- & Wanderschuhe. Ich weiß dass ich nicht so viele brauche, aber ich mag alle meine Schuhe. Ich werde sie alle tragen, bis sie ihren Zweck erfüllt haben und bereit für die Tonne sind und mich so langsam weiter reduzieren. Das finde ich einen guten Plan, denn immerhin machen sie mir nach wie vor viel Freude.
  2. Ich brauche eine hochwertige Alltags-Tasche
    Ich habe kaum Taschen, eine davon benutze ich wirklich jeden Tag. Leider war genau diese Tasche ein Fehlkauf. Sie ist nicht hochwertig und macht mir einfach überhaupt keinen Spaß, ist null praktisch und am liebsten würde ich sie sofort austauschen. Hier will ich definitiv investieren.
  3. Auf- & Downstylen
    Mit der Zeit wird man ja immer kreativer und meine Klamotten werden von mal zu mal mehr zweck entfremdet und verschieden eingesetzt. Blusen werden umgedreht und verkehrt herum getragen, der Schal wird zum Turban gebunden, das Unterkleid über dem Pulli getragen. Kombinieren macht Spaß, vor allem mit einem kleinen Kleiderschrank in dem ohnehin alles miteinander getragen werden kann, weil die Farben und Schnitte sehr gut miteinander gehen.
  4. Lippenstift
    Ein oder zwei knallige Lippenstifte, die einem ganz besonders gut stehen sind gerade für einen minimalistischen Kleiderschrank der absolute Bringer. Der schwarze Alltags-Pulli kombiniert mit einem dunkelroten Lippenstift ist sofort abendtauglich und super aufregend.
  5. Zeit & Geld
    Viele sagen mir: „Man, du musst so unfassbar viel Geld sparen indem du das machst“. Das ist schon richtig. Aber vor allem spare ich Zeit. Viel Zeit, die ich vorher mit Stöbern gefüllt habe. Ich genieße es genau hier einzusparen. Das mit dem Geld, das ist natürlich ein sehr angenehmer Nebeneffekt.
  6. Sorgfalt
    Ich gehe mit meinen Klamotten sehr achtsam um und trage sie wirklich aus. Und ich meine das wirklich. Nicht, bis sie ein Loch haben. Denn das kann ich flicken. Ohne große Nähkünste. Es ist ein tolles Gefühl einfach ein Stückchen mehr aus der eigenen Kleidung heraus zu holen.
  7. Im Notfall
    Im Notfall tut’s auch schnell ein Pulli aus dem Schrank meines Freundes. Ja, das ist etwas unförmig. Aber ich lieb’s. Es ist gemütlich, riecht gut und hält mich warm wenn meine paar wenigen Pullover in der Wäsche sind.
  8. Egal wie komisch es sich für dich anfühlt…
    Den Menschen in deinem Umfeld fällt es nicht auf, dass du immer die gleichen Sachen trägst. Wirklich nicht!
  9. Für jeden Anlass
    …bist du ohnehin nicht ausgestattet. Und du musst dich auch wirklich nicht für alle Eventualitäten einkleiden. Wenn zum Beispiel meine drei Sport-Tops in der Wäsche sind, kann ich auch mit einem normalen Shirt ins Yoga gehen. Das bedeutet nicht, dass ich ein Sport-Top mehr im Kleiderschrank brauche.
  10. Packen
    Packen für den Urlaub ist innerhalb von kurzer Zeit erledigt. Ich muss nicht mehr ewig überlegen, sondern nehme einfach das mit, was da ist. Ein positiver Nebeneffekt für alle, die wie ich gerne reisen.

Meine drei Vorsätze, die ich mich nach der Konsumdiät fest vornehme:

  1. Ich will meinen Kleiderschrank nicht mehr vergrößern
    Ich habe genug und ich bin glücklich mit dem was ich habe. Klar, ein paar Sachen sind mir aufgefallen… Aber ich will mich nach dem Jahr nicht komplett neu einkleiden, sondern bestimmte abgetragene Dinge austauschen…
  2. Ich will nicht mehr spontan einkaufen
    Meine Wunschliste ist eine gute Sache. Manches schreibe ich mir auf und streiche es ein paar Wochen später wieder von der Liste, weil ich es, wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin nicht wirklich brauche. Auch in Zukunft will ich mir mit dem Shoppen Zeit lassen um mir über bestimmte Wünsche klar zu werden.
  3. Ich will in Zukunft nachhaltig einkaufen
    Ich will nicht mehr in die Fast-Fashion Industrie investieren. Meine Stücke will ich aus nachhaltigen Quellen beziehen oder aus zweiter Hand.

Meine persönliche Wunschliste:

  1. Eine gute Reisetasche
  2. Ein lässiger Blazer für schicke Anlässe & für den Alltag
  3. Ein langärmliges (Kapuzen-)Jäckchen zum Sport
    Ich bin es wirklich leid mit dem abgetragenen alten Pulli von meinem Freund ins Yoga oder in die Berge zu rennen.
  4. Schwarze Winterboots
  5. Eine schwarze, hochwertige Alltags-Tasche
  6. Ein langer, hochwertiger Cardigan
    Der endlich mein wollenes Etwas ersetzen kann das man kaum mehr als Cardigan bezeichnen kann.
  7. Ein bis zwei Basic Shirts
  8. Off-Shoulder Bluse gestreift
    Das wohl einzige „Fashion“-Teil dass ich mir einfach wünsche ohne dass es einen bestimmten Zweck erfüllt. Einfach, weil ich es so schön finde und es mir schon so lang einbilde.
  9. Ein neuer Geldbeutel
    Ich weiß nicht wie lange ich meinen Geldbeutel schon habe, auf jeden Fall droht er langsam sich aufzulösen. Ich die mitleidigen Blicke kann ich hinwegsehen, aber es wird trotzdem einfach langsam Zeit.
  10. Gute Basics
    Ich trage gern Leggings oder Kleider. Daher steht eine Thermostrumpfhose für den Winter und eine gute schwarze Leggings auf meiner Wunschliste.

Das hört sich irgendwie viel an, aber das meiste sind wirklich Teile in die ich dann investieren will, weil ich sie ständig trage. Außerdem brauche ich es ja nicht alles auf einmal. Vielleicht streiche ich das ein oder andere Teil ja auch wieder von meiner Liste.

Mich würde interessieren… An alle die sich mir angeschlossen haben: Wie geht es euch mit der Konsumdiät? Habt ihr auch ein persönliches Projekt?

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3 Kommentare zu „Minimalismus & Mode VI – Halbzeit Konsumdiät“

  1. Toller Beitrag, ich bewundere dich für diesen Schritt sehr. Nicht dass ich jetzt ständig einkaufen gehe, aber ich weiß nicht ob ich mich von so viel in meinem Kleiderschrank trennen könnte. Aussortieren würde ihm zwar definitiv nicht schaden, aber eben nicht ganz so radikal. Ich habe diesen Konsum aber auch schon stark reduziert, weil ich eben festgestellt habe, dass man dann doch meist immer die Lieblingsstücke trägt. Liebe Grüße
    Anke

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo,
    dein Beitrag war schön zu lesen.Ich beschäftige mich seit zwei Jahren mit dem Thema und mein Haus ist nicht mehr wieder zu erkennen.Besindets klasse finde ich, dass ich ohne nachzuschauen weiß,was sich wo in meinen Schränken befindet.Die Ordnung sieht nicht nur gut aus sondern erspart unheimlich Zeit.😆

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für deinen Kommentar liebe Esther. Ja, das kann ich absolut nachvollziehen mich beruhigt es einfach auch ungemein wenn meine Umgebung aufgeräumt ist. Und klar, der Zeitfaktor ist einfach nicht zu unterschätzen :-)

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